Bundesliga: Die 3 sonderbarsten Themen der Hinrunde

Kimmich
REUTERS/Christof Stache

Die Hinrunde der laufenden Bundesligasaison sorgte nicht nur sportlich für gewaltigen Gesprächsstoff. Das deutsche Fußballjahr begann im August mit der ersten DFB-Pokal Runde. Bereits hier bahnte sich an, worüber sich die Expertenrunden, Talkshows, Moderatoren und Kommentatoren des deutschen Fußballs, ihr Mundwerk fusselig reden könnten. Nun sind wir im Dezember. In nur 5 Monaten erlebten wir in der Bundesliga so viel Kurioses, welches außerhalb des Rasens stattfand. Corona, der VAR, Impfungen und Trainerwechsel. Das alles musste bereits besprochen werden. Daher blicken wir zurück auf die 3 sonderbarsten Themen der Hinrunde.

Kimmich will sich nicht impfen lassen

Es war mit großem Abstand das meistdiskutierte Thema dieser Saison bis hierhin. Kapitän des FC Bayern München und wohl Vorbild vieler künftigen Mittelfeldspieler des deutschen Fußballs, Joshua Kimmich, will sich nicht impfen lassen. Aus heutiger Sicht muss es allerdings lauten: wollte sich nicht impfen lassen. Es verbreitete sich wie ein Lauffeuer, als die BILD schrieb, dass Kimmich nicht geimpft sei. Zum Schrecken wohl aller vernünftig denkenden Fußballfans und derer, die darüber schreiben, bewahrheitete sich diese These. Nach dem Heimspiel der Bayern gegen Hoffenheim stellte sich Kimmich den Vorwürfen im Interview mit Sky-Reporter Patrick Wasserziehr. Kimmich bestätigte seine fehlende Impfung.

Kimmich hatte noch Bedenken, er sagt: „Gerade was fehlende Langzeitstudien angeht.“ Dass Kimmich nicht geimpft ist, ist insofern eine Kuriosität, als der Mittelfeldspieler gemeinsam mit Leon Goretzka genau diesen Impfstoff, anderen Menschen durch seine We-Kick-Corona Organsituation zur Verfügung stellt. Zu fehlenden Langzeitstudien lässt sich sagen, dass keine Nebenwirkungen durch eine Corona-Impfung auftreten können. Es sei denn, diese treten kurzfristig nach der Impfung auf. Passiert dies nicht, ist auch Biontech und Co. (wie wir alle wissen) ungefährlich.

Mit seiner Meinung war Kimmich folglich der Buhmann der Nation. Wie könnte es anders sein in einer Pandemie, in der sich Variante über Variante ausbreitetet, als dass Kimmich sich ansteckt. Genau so passierte es. Kimmich infizierte sich trotz Einhaltung aller Hygienemaßnahmen, wie er sagte, mit Covid-19. Nun. Es wird darüber geschwurbelt, dass die zugelassenen Impfstoffe das Risiko einer Herzmuskelentzündung um ein Vielfaches erhöht. In Wahrheit ist es allerdings so, dass im Fall einer Infektion das Risiko einer Myokarditis um ein Mehrfaches ansteigt. Kimmich verzichtete als Profisportler und Vorbild auf die Impfung und setzte sich dem Risiko der Infektion aus. Heute wissen wir, dass Kimmich noch immer nach 14-tägiger Quarantäne nicht einsatzbereit ist.

Er wird frühestens im nächsten Jahr wieder auf dem Feld stehen können, da seine Lunge noch mit Wasser gefüllt ist. Kimmich selbst gestand seinen Fehler ein. In einem Interview mit dem ZDF offenbart Kimmich seine Gründe für seinen Impfverzicht. Im Nachhinein weiß man alles besser. Jeder Mensch hat eine zweite Chance verdient. So auch Kimmich. Er bereut seine Entscheidung und sagt: „Jetzt ist es ja erstmal so, dass ich als genesen gelte. Dieser Status dauert eine gewisse Zeit lang an. Wenn es dann empfohlen wird, und der Zeitpunkt da ist, werde ich mich impfen lassen.“ Auch für den deutschen Fußball ist dies eine sehr positive Entscheidung, da Kimmich wohl der künftige Kapitän der Nationalmannschaft wird und somit Fußball-Deutschland repräsentiert.

Markus Anfang fälscht seinen Impfpass

Auch die zweite Kuriosität hat mit der Pandemie zu tun. Werder Bremen stieg erstmals seit über 40 Jahren im Sommer in die Zweitklassigkeit ab. Personelle Wechsel und eine Umstrukturierung des Vereins folgten. Auch in der 2. Bundesliga ist es so, dass der Cheftrainer der Lizenzspielermannschaft der wichtigste Mitarbeiter des Vereins ist. Bei Bremen war dies Markus Anfang. Ihr merkt: Präteritum. Werders Cheftrainer wurde entlassen. Anfang, der mit Werder auf einem guten Weg war, musste nach nur 14 Pflichtspielen den Cheftrainerstuhl räumen. Doch nicht wegen schlechter Ergebnisse, sondern wegen seines Impfausweises. Als Trainer einer Profimannschaft sollte Anfang ein gutes Vorbild sein. Heutzutage ist man dies, wenn man geimpft ist. Markus Anfang gab vor dies zu sein. Doch wir wissen alle, dass seine Vorgabe eine Lüge war.

Sein Schwindel fiel auf, als Verteidiger Marco Friedl mit Corona infizierte. Das Gesundheitsamt kontrollierte alle Impfausweise der Werderaner, um festzulegen, wer als Kontaktperson die Quarantäne mit antreten muss. Bei der Kontrolle fiel dem Gesundheitsamt etwas Merkwürdiges auf und leitete diese Beobachtung an den Verein weiter. Markus Anfang soll eine Impfung erhalten haben, an einem Tag, an dem er als Trainer einen Einsatz hatte. Soweit kein Problem. Doch die Impfung soll Anfang in einem Impfzentrum erhalten haben, welches hunderte Kilometer vom Spielort entfernt lag.

Werder Cheftrainer war seinem Arbeitgeber eine Erklärung schuldig, aber hatte keine. Anfang sieht sich nun staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen gegenüber. Sein Impfausweis ist gefälscht. Somit beging Anfang eine Straftat. Um dieses absurde Verhalten noch einmal mehr zu verurteilen, muss man erwähnen, dass Anfang stolz am Kölner Karneval teilnahm. Anfang log seine Spieler, seinen Arbeitgeber und sein Umfeld an. Wahnsinn. Seine Karriere als Fußballlehrer dürfte ein Ende gefunden haben.

Bellingham sagt die Wahrheit und wird mit 40.000 € Strafe belegt

Einmal mehr trafen sich Borussia Dortmund und Bayern München im Topspiel der Bundesliga. Beide Mannschaften waren vor Anpfiff nur durch einen Punkt in der Tabelle getrennt. Daher ging es in diesem Spiel um nichts weniger als die Tabellenführung. Beide Mannschaften lieferten sich eine tollen Kampf und offenbarten Fehler, die bestraft wurden. In diesem Duell wurden die Fehler von Schiedsrichter Felix Zwayer bewertet. Einmal mehr zuungunsten der Dortmunder. Während Zwayer bereits das letzte Duell pfiff und Dortmund zu Unrecht einen Elfmeter verwehrte, spielte sich Gleiches erneut ab. Zwayer entscheid nach Foul an Reus nicht auf Elfmeter und bekam auch kein Signal des VAR. Eine Fehlentscheidung. Als Hummels Hand spielte, pfiff Zwayer nicht, doch bekam ein Signal und revidierte nach Eingreifen des VAR seine Entscheidung. Lewandowski verwandelte den fälligen Handelfmeter und entschied so das Topspiel.

Erneut standen nach Abpfiff nicht die Mannschaften im Vordergrund, sondern Zwayer. Dortmund fühlte sich berechtigterweise verpfiffen. Jude Bellingham gab in einem Interview nach Spielende seinen Unmut kund und sagte: „Was erwarten sie von einem Schiedsrichter, der bereits durch Spielmanipulation aufgefallen ist?“ Mit dieser Aussage erhitzten sich die Gemüter. Doch die Wahrheit ist, dass Bellinghams Aussage der Wahrheit entspricht. Zwayer war damals in den Hoyzer-Skandal verwickelt und soll Schmiergeld angenommen haben. Tatsächlich befand das DFB-Sportgericht, dass Zwayer schuldig war. Er wurde sogar zu einer Sperre von sechs Monaten verurteilt. Zwayer wusste von den Spielmanipulationen von Hoyzer und soll darüber hinaus bei der Regionalliga-Partie zwischen dem Wuppertaler SV und Werder Bremen II 300 Euro von Hoyzer angenommen haben. Das Pikante dabei ist, dass der DFB dieses Urteil nie öffentlich machte.

Nun. Liegt Bellingham mit seiner Aussage falsch? Nein. Das bestätigte ebenfalls Sport-Anwalt Christoph Schickardt: „Seine Aussage ist unanständig, aber nicht zu beanstanden, sie ist ganz klar vom Recht auf freie Meinungsäußerung gedeckt. Sie ist legal, aber nicht legitim. Wer so etwas wie Zwayer angestellt hat, muss damit leben“, so Schickhardt. Anders sah dies der DFB. Das Sportgericht des Verbands belegte den jungen Engländer mit einer Geldstrafe in Höhe von 40.000 Euro, da seine Aussagen unsportlich sein. Um weiteren Diskussionen aus dem Weg zugehen, hat Borussia Dortmund gemeinsam mit Bellingham das Urteil akzeptiert. Doch die Frage bleibt, warum der DFB so handelte. Bellingham sagte die Wahrheit.