DFB: Die 10 Spieler mit den meisten Einsätzen unter Löw

Jogi Löw
REUTERS/Kai Pfaffenbach

Wenn Joachim Löw am Donnerstagabend in Wolfsburg vor der Partie Deutschland gegen Liechtenstein offiziell verabschiedet wird, erhält der vorherige Bundestrainer eine standesgemäße Würdigung seiner Leistungen als Cheftrainer der deutschen Nationalmannschaft. Insgesamt war Löw volle 15 Jahre im Amt des Cheftrainers der DFB-Auswahl, mit welcher der gebürtige Schönauer im Jahr 2014 den wohl größten Erfolg der jüngsten Geschichte des deutschen Fußballs erreichte. Auch, wenn das Aus von Joachim Löw als Nationaltrainer längst vor dem Ausscheiden gegen England bei der Europameisterschaft im Sommer überfällig war, hat Deutschland ihm den letzten Titel zu verdanken.

Seit dem Gewinn der Weltmeisterschaft in Brasilien wartet Deutschland auf eine weitere Trophäe. Sein Nachfolger Hansi Flick gewann bislang alle Spiele als Nationaltrainer und entfachte neue Euphorie in der Mannschaft, die sich auf die 80 Millionen Bundestrainer zu Hause ausweitete. Deutschland wirkt endlich wieder Titel-hungrig und will im nächsten Jahr den goldenen Schatz aus der Wüste in Nahost zurück in das Zentrum Europas holen. Doch bevor die DFB-Elf sich auf den Weg nach Katar begibt, blicken wir zurück auf die 10 Spieler mit den meisten Einsätzen unter Joachim Löw, welche für den Gewinn der Weltmeisterschaft mitverantwortlich waren.

Thomas Müller:

Nachdem Joachim Löw den unvergleichbaren Offensivspieler des FC Bayern nach dem Vorrundenaus bei der Weltmeisterschaft 2018 in Russland degradierte, hätte niemand gedacht, dass beim Amtsende Löws wohl Thomas Müller derjenige Nationalspieler sein wird, welcher in der Ära Löw die meisten Einsätze für sich verbuchen kann. Doch so ist es. Thomas Müller stand in 15 Jahren Joachim Löw so oft im DFB-Trikot auf dem Rasen, wie nur ein weiterer Nationalspieler. Insgesamt setzte der ehemalige Bundestrainer den Offensivakteur 106 Mal ein. Dazu sammelte Müller ebenfalls die meisten Torbeteiligungen unter Löw. Ganze 39 Tore und 27 Vorlagen konnte Müller unter Löw sammeln.

Toni Kroos:

Toni Kroos ist wohl der beste Mittelfeldspieler der deutschen Nationalmannschaft des neuen Jahrtausends. Doch, dass Kroos, der mittlerweile 31 Jahre alt ist, seine DFB-Karriere nach dem frühen Aus bei der Europameisterschaft dieses Jahres an der Nagel hing, verwunderte nicht viele Experten. Denn Kroos büßte enorm viel an Tempo und Fitness in den letzten Jahren ein und konnte hauptsächlich nur noch durch seine starke Passgenauigkeit dem deutschen Spiel weiterhelfen. Kroos gehörte zu denjenigen Spielern, die nach dem Aus in Russland nicht von Löw aussortiert wurden. Der Mittelfeldspieler durfte weiter im Dress der Nationalmannschaft auflaufen und sammelte, genau wie Müller, 106 Einsätze unter Löw.

Manuel Neuer:

Noch immer ist Manuel Neuer nicht wegzudenken aus dem Kasten der deutschen Nationalmannschaft. Neuer folgte auf Lehmann im Jahr 2009 und hütet seitdem das Tor der DFB-Elf. Mittlerweile ist der gebürtige Gelsenkirchener 35 Jahre alt, doch macht nicht den Anschein seinen Status, als bester Torwart der Welt in den kommenden Jahren zu verlieren. Diesen erarbeitete sich Neuer auch im Tor der Nationalmannschaft. Wer wich an das Achtelfinale der WM 2014 gegen Algerien erinnert, der weiß, dass Neuer einen großen Anteil daran hatte, dass die DFB-Elf weiterkam. Insgesamt bestritt Neuer unter Löw nur zwei Spiele weniger als seine Kollegen Müller und Kroos. Für den Torwart stehen insgesamt 104 Spiele unter Löw zu Buche.

Lukas Podolski:

Poldi, Prinz Poldi oder einfach nur Lukas. Nenn ihn wie du willst, aber Lukas Podolski ist eine Kultfigur – und das ganz unironisch. Doch langsam gerät Podolski ist Vergessenheit, denn der Kölner beendete seine DFB-Laufbahn bereits 2017 und weilte anschließend in den Weiten des internationalen Fußballs. Kobe in Japan und Antalyaspor in der Türkei sind nur zwei seiner vielschichtigen internationalen Arbeitgeber gewesen. Tatsächlich spielt der mittlerweile 36-jährige Stürmer noch immer. Nach Antalyaspor folgte Górnik Zabrze. Denn Podolski ist gebürtiger Pole und wollte zum Karriereende in seine gebürtige Heimat zurückgehen. So tat es Poldi im vergangenen Sommer. Bevor wir den Stürmer vor mehr als vier Jahren zuletzt bei seinem Abschiedsspiel im DFB-Trikot sahen, spielte Podolski 98 Mal für Deutschland unter Joachim Löw.

Mesut Özil:

Er gilt als einer der unbeliebten ehemaligen Nationalspieler. Doch nicht wegen seiner Auftritte im deutschen Trikot holte sich Mesut Özil diese Backpfeife der deutschen Fußballfans ab, sondern wegen seines umstrittenen Fotos mit dem türkischen Diktator und Verbrecher Recep Tayyip Erdoğan und der späteren unglücklichen Stellungnahme. Wenn wir nur das Sportliche betrachten, leistete Özil enorm viel dafür, dass Deutschland ein gefürchtetes Offensivspiel unter Joachim Löw hatte. Özil war wohl der beste Techniker in der Nationalmannschaft seit Bernd Schneider. Unter Löw stand der gebürtige Gelsenkirchener 92 Mal auf dem Feld.

Philipp Lahm:

Gab es jemals einen besseren rechten Verteidiger in der deutschen Nationalmannschaft? An dieser Frage scheiden sich die Geister. Für mich jedoch war Philipp Lahm der beste Akteur auf dieser Postion. Lahm strahlte trotz seiner nur 1,70 m Körpergröße eine Autorität aus, wie wir sie heute wohl nur Kimmich zutrauen würden. Lahm stand unter Joachim Löw genau 88 Mal auf dem Feld und führte Deutschland als Kapitän zum WM-Sieg im Maracanã. Was in der Laufbahn des Verteidigers besonders hervorgehoben werden muss, ist, dass Lahm wohl der fairste Verteidiger aller Zeiten war. Denn in 331 Bundesligaspielen musste Lahm nie eine Sperre absitzen.

Bastian Schweinsteiger:

Im zentralen Mittelfeld duellieren sich im neuen Jahrtausend wohl nur Kroos und Schweinsteiger, um den Status des besten Passgebers der deutschen Nationalmannschaft. Schweini, unter welchen Name der gebürtige Kolbermoorer seine lange Laufbahn unter Löw begann, wuchs zu einem echten Kämpfer und Strategen heran. Schweinsteiger füllte schnell die Lücke des Michael Ballacks auf und führte Deutschland als wichtigstes Mitglied in der Zentrale in viele Turniere. Auch Schweinsteiger krönte seinen Einsatz für den DFB mit dem WM-Pokal 2014. Unter Joachim Löw spielte Schweinsteiger 86 Mal.

Mario Gómez:

Chancentod, unfähig, ohne Killerinstinkt. Was musste Gomez sich nicht alles anhören, als der Stürmer die Nachfolge von Miroslav Klose antreten sollte. Zugegeben, Mario Gómez kam nicht im Ansatz an Miro Klose heran. Doch 32 Tore und 11 Vorlagen sprechen in 78 Spielen in der deutschen Nationalmannschaft unter Joachim Löw für sich. Somit steht Gómez an achter Stelle der Spieler, die Löw am meisten einsetzte. Mit Blick auf den heutigen Sturm, insbesondere Werner, wünschten wir uns die Qualitäten eines Mario Gómez. Dazu setzte Löw den Stürmer in drei Spielen mehr als Klose ein, welcher auf 75 Länderspiele unter Löw kommt.

Sami Khedira:

Auf Sami Khedira baute Löw nur einmal weniger als auf Gómez. Insgesamt stand Khedira ganze 77 Mal für Deutschland unter Jogi Löw auf dem Rasen. Lange bildete der Deutsch-Türke zusammen mit Schweinsteiger das Mittelfeldzentrum der Nationalmannschaft. Khedira schaltete sich zwar im Gegensatz zu Schweinsteiger nicht so sehr mit in die Offensive ein, doch glänzte als Sechser und Stratege. Auch Khedira gehörte zu denen, die nach dem Aus in Russland zu den Ungefragten gehörten. Dennoch wurde Khedira als Stammspieler unter Löw ebenso Weltmeister, wie viele seiner ehemaligen Kollegen in diesem Ranking vor ihm. Erst im Sommer nach einer halben Saison bei Hertha BSC beendete Khedira seine Karriere.

Mats Hummels:

Den Status des zehnt-meisten eingesetzten Spielers unter Joachim Löw teilen sich Mats Hummels und Jérôme Boateng. Die beiden Innenverteidiger standen unter dem ehemaligen Bundestrainer ganze 76 Mal auf dem Feld und bildeten lange Zeit zusammen das wohl beste Duo in der Defensive im Weltfußball. Die beiden Defensivakteure waren maßgeblich daran beteiligt, dass Deutschland 2014 Weltmeister wurde. Auch, wenn ebenfalls wie Müller von Löw nach der WM 2018 von Löw aussortiert wurden, war dieses Duo wohl das Beste, welches die DFB-Auswahl in diesem Jahrtausend aufstellen konnte.

Statistiken von Joachim Löw:

Joachim Löw beendet seine 15-jährige Laufbahn als Cheftrainer der deutschen Nationalmannschaft mit einer beeindruckenden Bilanz. Löw stand bei 198 Länderspielen an der Seitenlinie, von denen er 124 Spiele gewinnen konnte. Somit wird die Ära Löw mit einer Gewinnbilanz von 63 % beendet. Kein anderer Bundestrainer absolvierte mehr Länderspiele als Cheftrainer. Dazu befand sich die deutsche Nationalmannschaft unter Joachim Löw immer unter den besten 20 Nationalmannschaften der Weltrangliste.