Der Heimvorteil existiert doch! So viel machen die Fans aus – Bundesliga Check

Zwischenfazit Bundesliga 2021/2022
REUTERS/Kai Pfaffenbach

Zu Beginn der Saison waren einige Stadien wieder fast vollständig ausgelastet und wir hatten endlich wieder Stimmung in den Stadien. Die Inzidenzen waren zum Ende des Sommers stabil und viele erhofften sich Normalität auch im Fußball-Alltag. Doch nun geht es leider wieder bergab und die maximale Anzahl an Zuschauern für ein Spiel in Deutschlands Profi-Liga liegt bei 15.000. In Sachsen, Bayern und Baden-Württemberg sind teilweise gar keine Fans mehr erlaubt und wir hatten am vergangenen Wochenende in Leipzig unser erstes Geisterspiel der Saison. Wir vermuten, dass in den nächsten Wochen und Monaten noch viele weitere hinzukommen. Doch die Rückkehr der Fans hat uns nicht nur emotional gepusht, sondern auch einige Erkenntnisse geliefert. Denn selten war der Unterschied zwischen der Heim- und der Auswärtstabelle so groß wie in diesem Jahr.

Auswärts ist in dieser Saison wenig zu holen in der Bundesliga!

Während im vergangenen Jahr durch die Geisterspiele jede Partie quasi eine 50:50-Begegnung war und es an manchen Spieltagen kaum Heimsiege gab, hat sich das Blatt um 360 Grad gewendet. In dieser Saison sind die Zahlen der Teams im eigenen Stadion deutlich besser als die der Auswärtsspiele. Beispielsweise haben in der Fremde bisher 5 Teams noch gar nicht gewinnen können, während dies zu Hause nur Fürth und Bielefeld gelungen ist, die in der Tabelle auf dem 17. und 18. Platz stehen.

Allgemein holen die 18 Bundesligisten im Schnitt 6,6 Punkte auswärts und mit 11,5 Zählern im Schnitt, fast doppelt so viele im eigenen Stadion. Bestes Beispiel ist die TSG aus Hoffenheim. Sie stehen mit 7 Punkten auf dem 7. Platz in der Auswärtstabelle. In der Heimtabelle belegen sie ebenfalls Rang 7, haben jedoch 6 Punkte mehr geholt. Mit 7 Punkten stünde man in der Heimtabelle aktuell auf einem Abstiegsplatz.

Woran liegt dieser große Unterschied zwischen Heim- und Auswärtsspielen?

Über die Gründe dieser enormen Diskrepanz kann man eigentlich nur spekulieren. Bevor die Pandemie losgegangen ist, haben sich die Teams auf fremden oder heimischen Platz immer weiter neutralisiert und den sogenannten Heimvorteil gab es in der Form nicht mehr. Dafür hat sich auch der Fußball zu sehr weiterentwickelt und mittlerweile kann fast jede Mannschaft einigermaßen solide verteidigen und die taktische Komponente hat einen deutlich größeren Einfluss genommen.

Während der Pandemie gab es faktisch keinen Heimvorteil mehr und an manchen Spieltagen hat es keine einzige Mannschaft geschafft im eigenen Stadion zu gewinnen. Mit den Fans im Rücken ist der Heimvorteil zurückgekehrt und viele Sport-Begeisterte hat es erfreut, dass die eigenen Anhänger einen so großen Einfluss nehmen können. Doch nun scheint es, als würde uns die Pandemie einen erneuten Strich durch die Rechnung machen. Wir sind gespannt wie sich die Situation weiterentwickelt und die Teams ohne das Stadion im Rücken zurechtkommen in den nächsten Wochen und der Rückrunde.