Hertha BSC: Trainer Pal Dardai „hätte fliegen müssen“

Pal Dardai
REUTERS/Annegret Hilse

Hertha BSC enttäuschende am letzten Freitag im Auswärtsspiel bei der TSG Hoffenheim. Es waren die alten Probleme, welche zu der 0:2 Niederlage in Sinsheim führten. Wenig Offensivideen, kaum Mut und überhaupt eine Spielweise zum generischen Tor fehlten nahezu komplett. Dass die Alte Dame nicht jedes Spiel in dieser Saison gewinnen wird, ist klar. Doch was die Berliner Verantwortlichen, Fans und Beteiligten hauptsächlich verärgerte war nicht das Ergebnis, sondern der Auftritt im Allgemeinen. Denn die Berliner siegten zuletzt zweimal in Serie überzeugend gegen vermeidlich bessere Gegner aus Frankfurt und Gladbach. Hoffenheim spielte bei weitem nicht die Sterne vom Himmel, welchen den Unmut der Herthaner zusätzlich verstärkte.

Hertha musste kurzfristig aufgrund mehreren Verletzungen die zuletzt stabile Defensive umstellen. Die ungewohnte Aufstellung in der Verteidigung, mit Pekarik auf links, Zeefuik rechts, verunsicherte die Mannschaft von Pal Dardai spätestens nach dem 0:1. Vor dem Gegentreffer hatte Hertha mehr Offensivszenen. Doch diese stellten sich nach dem Rückstand, der aus dem Nichts fiel, nahezu gänzlich ein. Ohne Idee nach vorne verlor Hertha mit 0:2. Dazu sah Kapitän Dedryck Boyata aufgrund eines üblen, zwar ungewollten, Tritts die Rote Karte und fehlt dem Hauptstadtclub drei Spiele.

Bobic wollte Dardai entlassen

Nun muss Hertha am Samstag eine Reaktion zeigen. Der nächste Gegner ist Bayer Leverkusen. Die Werkself ist seit drei Spielen in der Bundesliga sieglos und verlor am letzten Spieltag mit 0:2 gegen den VfL Wolfsburg. Allerdings zeigte die Mannschaft von Trainer Gerardo Seoane, dass sie zu mehr imstande ist. Am Donnerstagabend fegte Leverkusen mit einem starken 4:0 Heimsieg in der Europa League eine zuvor überzeugende Mannschaft von Betis Sevilla vom Platz. Aus Berliner Sicht wird dieser Sieg wohl kein Ergebnis sein, dass man als positives Vorzeichen verbuchen könnte.

Dazu gab es weitere Negativneuigkeiten rund um Hertha BSC, da Sportchef Fredi Bobic im DAZN Matchday Feature offen zugab, dass Trainer Pal Dardai nach drei Niederlagen zum Auftakt der Saison „eigentlich hätte fliegen müssen“. Nach einer Niederlage gibt es sicherlich positivere Nachrichten für die Berliner Spieler, als, dass ihr Trainer beinahe nicht mehr an der Seitenlinie gestanden hätte. Bobic entschied sich gegen eine Entlassung von Dardai, da „der Verein Ruhe und Stabilität braucht“.

Dass Herthas Sportchef mit dieser Entscheidung nicht falschlag, bestätigte die Alte Dame mit zuletzt zwei Siegen in Serie in der Bundesliga plus dem Weiterkommen im DFB-Pokal. Doch die Niederlage in Sinsheim warf erneut große Fragezeichen in Bezug auf die Spielidee von Pal Dardai auf. Gegen Leverkusen muss Hertha mutiger agieren. Sollte sich die Alte Dame verbarrikadieren und ausschließlich auf Konterfußball setzten, wäre dies eine nicht zu unterschätzende Herangehensweise, da Leverkusen aufgrund ihrer schnellen Außenbahnspieler einen großen Tempovorteil hat.

Dardai weiter positiv

Vor dem Duell am Samstag meldete sich Pal Dardai auf der Spieltags-PK zu Wort und gab sich zuversichtlich. „Beim Fußball zählt der Moment, wir bereiten uns vor, haben unseren Matchplan und wir arbeiten die ganze Woche für diesen Moment“, sagte der Ungar. Dazu geht es im Mannschaftsgefüge weiter bergauf. Denn „im Team wächst was zusammen und das merke ich richtig. Unter der Woche wird gut gearbeitet, ich kann mich nicht beschweren“, sagte Dardai glaubwürdig.

Des Weiteren pocht Herthas Trainer auf die Tagesform. Denn „Ich sage es immer wieder: Die Tagesform ist bei Hertha BSC sehr wichtig. In der Trainingswoche ist es wichtig, dass alle verletzungsfrei und fit bleiben“, so Dardai. Verletzt sind derzeit noch Torunarigha und Klünter. Wie bereits angesprochen fehlt Boyata seinem Team drei Spiele.