Manchester-Derby: Ein Duell mit ungleichen Vorzeichen?

Man United
REUTERS/Phil Noble

Tabellarisch trennen Manchester United und Manchester City vor dem Duell am 11. Spieltag der Premier League nur drei Punkte. Doch gefühlt sind es sportlich ganze Welten, welche die Mannschaft von Trainer Pep Guardiola vor dem Team von Trainer Ole Gunnar Solskjær liegt. Denn Solskjær stand zuletzt vor dem Aus. Spätestens nach der 0:5 Niederlage gegen den eigentlichen Erzrivalen FC Liverpool vor zwei Wochen.

Für den norwegischen Trainer herrschte im darauffolgenden Spiel gegen Tottenham echter Siegeszwang. Doch United rehabilitierte sich zum Glück ihres Trainers mit einem starken Auftritt bei den Spurs. Mit 3:0 siegten die Red Devils und hielten somit ihren Übungsleiter im Amt. Manchester United trat in einem neuen 3-5-2 respektive 5-3-2 System auf, welches Tottenham überraschte und folglich kalt erwischte. So konnte United mit einem positiven Erlebnis in die Champions League Partie gegen Atalanta Bergamo gehen.

Dass die beiden Clubs aus der englischen Arbeiterstadt derzeit nur drei Punkte trennen, ist hauptsächlich der blauen Mannschaft aus Manchester geschuldet. Denn City verlor urplötzlich ohne Not gegen ein effizientes Crystal Palace mit 0:2 in der letzten Woche. Somit mischte Man City die Karten vor dem Derby neu und öffnete United die Chance mit ihnen gleichzuziehen. Doch für das Derby spielte sich die Mannschaft von Pep Guardiola mit einem standesgemäßen 4:1 Heimsieg in der Königsklasse gegen Brügge ein.

Manchester United hingegen holte die Fragezeichen, die nach dem 3:0 Sieg über die Spurs verschwanden, wieder aus der Schublade. Denn die Red Devils lagen lange mit 2:1 gegen Atalanta Bergamo zurück. Doch Cristiano Ronaldo wäre nicht Cristiano Ronaldo, wenn er nicht wie im Hinspiel tief in der Nachspielzeit ein wichtiges Tor schießen würde. Im Hinspiel traf CR7 zum 3:2 Siegtreffer in der 90. Spielminute. Nun war es im Rückspiel in der 94. Spielminute „nur“ der Ausgleich. Dennoch, der Portugiese ist noch immer ein Tor- und vor allem Erfolgsgarant. Auch, wenn das 2:2 Remis sicherlich nicht das Ergebnis ist, welches sich die United Verantwortlichen vor dem Derby gewünscht hatten, ist die Punkteteilung allemal besser als eine Niederlage.

Ein Derby, welches keines ist

Dazu waren die Vorzeichen ähnlich, wenn man die jetzige Ausgangssituation mit der aus der letzten Spielzeit vergleicht. Manchester City war oben auf. United kriselte einmal mehr. Doch die Skyblues konnten den Stadtrivalen in der letzten Saison nicht einmal schlagen. Das letztmalige Derby fand bei den Skyblues statt, welches United sogar mit 2:0 gewann. Von einem „Manchester-Derby“ darf allerdings erst seit dem Einstieg der Saudis bei den Skyblues im Jahr 2008 die Rede sein. Denn erst durch den Einstieg von Chaldun al-Mubarak und seinen Kollegen aus Nahost wurde City relevant. Noch bis heute beteuern nicht wenige United Fans, dass dieses Spiel kein Derby sei, sondern wenn überhaupt eine Stadtrivalität. Der wirkliche Erzrivale der Red Devils ist bis heute der FC Liverpool.