Mit neuem Selbstvertrauen zum Angstgegner Leipzig

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Das Berliner Gemüt wurde nach zwei Siegen in Folge besänftigt. Hertha BSC war vor zwei Wochen noch punktlos in dieser Saison und stand gegen die beiden Aufsteiger Bochum und Fürth mächtig unter Druck. Doch die Alte Dame besiegte beide Mannschaften und holte sich sechs wichtige Zähler. Zwei Siege in Serie gab es lange nicht mehr für die Fans der Hertha zu beklatschen. In der vergangenen Saison schaffte der Berliner Sportclub dieses Kunststück nicht einmal. Nun will die Mannschaft von Pal Dardai in Leipzig mutig sein und nicht verlieren.

Angstgegner RB Leipzig

Für die Berliner ist ihr nächster Gegner ein echter Angstgegner. Denn gegen Leipzig verlor der Hauptstadtclub acht von den zehn bisherigen Begegnungen. Doch eines gibt der Hertha Hoffnung. Der einzige Sieg über Leipzig gelang dem Team von Pal Dardai im Dezember 2017, als Dardai in seiner ersten Amtszeit als Cheftrainer der Hertha tätig war. Dazu war der damalige Sieg- und Doppeltorschütze Davie Selke für BSC unter Vertrag und in der ersten Elf, wie jetzt auch, gesetzt. Aufgrund dessen hofft Dardai auf einen Wiederholungseffekt, den er mit den Worten „Wir haben in Leipzig einmal 3:2 gewonnen, sogar in Unterzahl. Da hat Davie zwei Tore gegen seinen Ex-Klub erzielt“, erklärte.

Was ist drin für Hertha?

Nachdem Hertha den Saisonstart vermasselt hatte, gewann die Alte Dame nun zwei Spiele in Serie. Und vor allem beim Heimsieg letzten Freitag gegen Fürth überzeugte erstmals das gesamte Team. Hertha trat als Einheit auf und kämpfte leidenschaftlich und dazu mit viel fußballerischer Klasse gegen den Rückstand an. Dardais Mannschaft schaffte es, die Partie durch die Jokertore von Debütant Jurgen Ekkelenkamp, zu drehen. Mit seinen beiden Toren schoss sich der junge Niederländer direkt in das Berliner Herz und in die Startelf gegen Leipzig. Dardai offenbarte auf der Spieltags-PK seinen Matchplan. „Wir wollen nach der Länderspielpause ungeschlagen bleiben und auch dort mindestens einen Punkt mitnehmen. Dafür brauchen wir schnelle Leute für unser Konterspiel“, so der Ungar. In diesem wird auch Ekkelenkamp fest integriert sein. Zusammen mit Suat Serdar würde der U-21 Nationalspieler Hollands das Berliner Mittelfeld kreativer und gefährlicher machen.

Wie stellt Dardai gegen Leipzig auf?

Bereits vor dem Spiel gegen Fürth plagte Hertha eine schmerzende Verletztenmisere. Doch dieser verschlimmerte sich zu allem Übel der Berliner beim Sieg über Fürth. So musste Myziane Maolida und Dedryck Boyata mit jeweils einer Muskelverletzung am hinteren Oberschenkel ausgewechselt werden. Beide werden Hertha auf unbestimmte Zeit fehlen. Vor allem die Verletzung Boyatas tut der Hertha richtig weh, da die Innenverteidigung ohnehin schon dünn besetzt ist. Neben dem Belgier fiel bereits zuvor gegen Bochum Jordan Torunarigha aus. Daraufhin musste der erst 17-jährige Linus Gechter debütieren. Doch zum Wunder aller lieferte der Innenverteidiger, der in der Jugend Herthas ausgebildet wurde. Dardai muss ihn gegen Leipzig aufstellen, da Hertha sonst keinen spielbereiten Verteidiger hat. Doch in der Offensive lichtet sich das Verletztenkabinett. So hat sich Davie Selke vollständig von seiner Rippenverletzung erholt und wird wohl wieder in Startelf stehen. Dazu wird auch Krzysztof Piątek erstmals in dieser Saison dabei sein. „Kris hat zwei Wochen auf Bundesliga-Niveau trainiert. Er humpelt nicht mehr, der Kopf ist frei. Es sieht gut aus. Er ist der beste Joker-Torschütze in Herthas Geschichte (sechs Treffer nach Einwechslungen). Ich entscheide das nach dem Abschlusstraining“, so Dardai über den polnischen Nationalspieler, der mit einer lang widrigen Knöchelverletzung ausfiel. Dazu kündigte Dardai an, weiterhin mit einer Fünferkette zu spielen, aber in Leipzig nur einen Stürmer aufzustellen.

So könnte die Startelf gegen Leipzig aussehen:

Wenn Dardai seine Worte in die Tat umsetzt, dann sollte diese doch eher untypische Formation eine realistische Möglichkeit sein, um Leipzig vor Probleme zu stellen. So wird Gechter für den verletzten Boyata in die Innenverteidigung rücken und Jastrzembski auf der linken Verteidigerposition für Plattenhardt starten. Dazu wird Ekkelenkamp Herthas Mittelfeld mit neuer Kreativität beleben und als Freigeist agieren. Davie Selke wird sich als einziger Stürmer gegen Leipzig, erneut wundlaufen müssen.