Quick Tactics: Die Restverteidigung

Quick Tactics: Restverteidigung
REUTERS/Thilo Schmuelgen

Herzlich willkommen zurück zu Quick Tactics! In dieser Ausgabe geht es um einen Begriff, der in den letzten Jahren immer häufiger von verschiedensten Trainern genutzt und vor allem kritisiert wurde. Die Rede ist von der Restverteidigung. Ein ominöses Wort, das von Fußballlehrern oft ohne jeden Kontext benutzt wird. Doch wo an anderer Stelle die Bekanntheit dieses Konzepts vorausgesetzt wird, sind wir hier, um es zu erklären.

Restverteidigung – Was ist das?

Als Restverteidigung werden die Spieler eines Teams bezeichnet, die nach Ballverlust das Umschaltspiel – sprich den Konter – des Gegners verteidigen sollen. Diese müssen sich auf solch ein Szenario allerdings schon dahingehend orientieren, wenn ihre Mannschaft noch in Ballbesitz ist. Eine optimale Raumbesetzung und im besten Fall Überzahlsituation nach Ballverlust soll bereits im Vorfeld geschaffen werden. 

Umsetzung der Restverteidigung

Dies wird meist durch cleveres Positionsspiel und gegenseitiges Absichern erreicht. So sind etwa die Innenverteidiger in fast allen Fällen ohnehin durch ihre Position Teil der Restverteidigung, da sie bei eigenen Angriffen selten höher stehen als der Ball. 

Anders funktioniert es allerdings bei Außenverteidigern oder zentralen Mittelfeldspielern. Ein Außenverteidiger kann etwa durch sein Pendant auf der anderen Seite oder einen Sechser gesichert werden. Dazu bleibt der sichernde Spieler schlichtweg weiter hinten, sollte der Außenverteidiger einen Angriff der Offensive unterstützen wollen. 

Zentrale Mittelfeldspieler müssen sich hingegen nahezu ausschließlich gegenseitig absichern. Hierbei hilft, dass in fast allen Systemen mindestens zwei oder drei Akteure die Mitte besetzen, sodass hier im Optimalfall immer einer der Spieler die anderen sichern kann.

Anwendung der Restverteidigung

Anwendung findet dieses Prinzip vor allem bei Teams, die selbst viel in Ballbesitz sind, dadurch hoch stehen und den Gegner in ihrer Hälfte einsperren wollen. Solche Mannschaften haben eine große Schwachstelle: die Konter. Denn ein weit aufgerücktes Team hat nach Ballverlust häufig nicht mehr allzu viele Spieler hinter dem Ball und bietet dann vor allem hinter der Kette große Räume für tiefe Laufwege von schnellen Stürmern. Daher ist es bei diesem Spielstil besonders wichtig, dass die Restverteidigung funktioniert und die eigenen Angriffe absichert.

Wie funktioniert das Konzept?

Eine erfolgreiche Restverteidigung basiert auf mehreren Faktoren. Einerseits sind Automatismen und klares Positionsspiel mit geschickter Raumaufteilung das A und O. Diese sind zwar durchaus zu trainieren, doch im Spiel kommt es zudem auch auf die ständige Kommunikation unter den Teamkollegen an. Wer sichert wen, wer hat genügend Absicherung, um die Offensive zu unterstützen. Auch der Trainer kann hierauf während des Spiels immer wieder Einfluss nehmen. Ein Zusammenspiel all dieser Aspekte macht eine funktionierende Restverteidigung aus.

Fazit: Die Restverteidigung als wichtiger Faktor im modernen Fußball

Von der Restverteidigung dürften die meisten Fußballfans bereits gehört haben. Am meisten müssen sich mit diesem Thema allerdings die Trainer von Ballbesitz-orientierten Teams machen, deren Mannschaften für Konter des Gegners am anfälligsten sind. Im Endeffekt ist eine gute Restverteidigung daher unabdingbar, wenn ein Coach mit seinem Verein dominanten Fußball spielen will. Die Weltspitze dieser Sportart basiert auf einem Ansatz, in dem das eigene Team zum Großteil der Zeit den Ball hat. Doch ebenso entscheidend kann sein, was in den wenigen Momenten ohne Ball passiert, wenn die Restverteidigung greift.